Dr. med. Bernd Bachmann

Leistungen

 
 

Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Dieses Tiefmuskel-Entspannungstraining ist ein verhaltenstherapeutisches Verfahren, bei dem zunächst ohne gezielte Anwendung von Autosuggestionen fortschreitende Entspannung der Hauptmuskelpartien geübt wird.

Systematische muskuläre Anspannung und Entspannung bewirken Kontrasterlebnisse; es lassen sich damit ähnliche Empfindungen erzielen, wie sie im autogenen Training auf autosuggestivem Wege eingeübt werden. Durch das Tiefmuskel-Entspannungstraining werden schnellere Erfolge erreicht als beim autogenen Training, jedoch bietet das autogene Training intensivere Langzeitwirkungen. Wenn sich allerdings jemand nicht zum Erlernen eines autosuggestiven Entspannungsverfahrens entschließen kann, oder wenn sich wider Erwarten besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des autogenen Trainings ergeben, ist die progressive Muskelentspannung als Ersatz bzw. als vorbereitende Übung sehr zu empfehlen.

Jemand, der das Tiefmuskel-Entspannungstraining beherrscht, erreicht leichter und schneller Erfolge beim autogenen Training.

Diese Methode legt, im Gegensatz zum autogenen Training, besonderen wert auf die Muskelanspannung und Muskelentspannung. Es wird z.B. mit aktiver Anspannung der Bizepsmuskeln gearbeitet; darauf folgt die Entspannungsphase. Dabei prägen sich Entspannungsgefühle ein und versetzen den Übenden besser in die Lage, zukünftige Spannungszustände wahrzunehmen und gegenzusteuern. Über die Kontrasterlebnisse, die durch dieses Vorgehen zustande kommen, treten die Entspannungsempfindungen in jedem Falle sogleich ein. Dies ist für die eigene Motivation, ein Entspannungsverfahren zu erlernen, von Vorteil. Beim autogenen Training dauert es normalerweise einige Tage, bis sich die ersten Empfindungen einstellen.

Zum Tiefmuskel-Entspannungstraining gehören notwendigerweise einige umfangreiche Anleitungen, welche durch einiges Üben aber leicht zu erlernen und zu behalten sind. Wie beim autogenen Training ist es wichtig, dass der Übende die Anleitungen im Laufe der Zeit in sich aufnimmt und die Übungen auch selbst durchführt. Aus dem Geführtwerden soll eine Selbstführung werden.

Die progressive Muskelentspannung wird zur Behandlung einer Vielzahl psychovegetativer Störungen eingesetzt. Außerdem wird sie im Rahmen der Verhaltenstherapie als Hilfsmittel zum Abbau krankhafter Ängste (Phobien) benutzt. Hierbei werden die Angst machenden Situationen zunächst gesammelt und dann in eine Rangfolge gebracht, die ihrer subjektiv empfundenen Angststärke entspricht. Dann wird der Klient gebeten, sich die Situation mit dem geringsten Angstwert möglichst plastisch vorzustellen. Nach etwa einer halben Minute wird er gebeten, bestimmte Übungen der Progressiven Muskelentspannung durchzuführen. Dies wird so lange wiederholt, bis in der vorgestellten Situation keine Angst mehr auftritt.

Die neue Erfahrung wird dann in der Realität erprobt. Danach kann zur nächst schwierigeren Situation übergegangen werden, bis schließlich auch die am stärksten angstbesetzte Situation angstfrei erlebt wird. Man könnte zusammenfassend sagen: Mit Hilfe von Entspannungsreaktionen wird systematisch Angst abgebaut.

 

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